Erlebte Wandlungen in Wissenschaft und Lehre

Max Rümelin, Erlebte Wandlungen in Wissenschaft und Lehre, Rede gehal­­­ten an der akademischen Preisverteilung am 6. November 1930, Tübin­­gen: J. C. B. Mohr, 1930, 77 pp.

Rümelin Wissenschaft und Lehre

Introduction

The last important writing by Max Rümelin provides a comprehensive portrayal of the development from the so-called “Begriffsjurisprudenz”, based on the Pandect movement, to the “Interessenjurisprudenz” by Philipp Heck in German jurisprudence. “Freirechtsschule” and “Gefühlsjurisprudenz” are also part of the argument. In the long run, particularities of national cultures and of specific legal orders tend to be overcome: “Man verlangt bei jeder dogmatischen Arbeit, die sich nicht lediglich mit der Einzeltechnik des einheimischen Gesetzes befasst, sondern grundlegende Frage, sei es der Methodologie, sei es der Interessenwertung in Angriff nimmt, die rechtsvergleichende Orientierung”.

Content, Abstracts

The arguments, put forward by Max Rümelin, are worth to be read altogether even today and cannot easily be condensed to abstracts.

Conclusions, Insights, Evidence

There is a very interesting statement, made by Max Rümelin, concerning the so-called “Methodenstreit” in German jurisprudence: “Ein zweiter Fortschritt liegt in dem grossen Aufschwung, den die von der historischen Schule lange zurückgedrängte rechtsphilosophische Betrachtungsweise genommen hat. Der Streit über die Methoden der Rechtfindung musste notwendig zur Erkenntnislehre und Rechtsphilosophie führen. In derselben Richtung hat, wie schon oft, die Bewegung gewirkt, in die die Geister durch die Stürme des Kriegs und der Revolution versetzt warden. […] Mit dem Dilettantismus früherer Zeite, der sich häufig auf einen allein auserkorenen Philosophen festlegte, kommt man nicht mehr durch”. Debates about methods are often some kind of catalysator that enables diffused ideas to condensate and to find to their felicitous form. A third consequence of methodological discussions can be found in inter-disciplinary co-ordination and co-operation, for instance between jurisprudence and economics, or early political science. Interesting conclusions are made towards the end of the lecture with respect to academic teaching and scientific research. Apparently, the number of students in jurisprudence goes back in these times, when Rümelin speaks out the following warning: “Der Übelstand des Massenbetriebs in den Übungen muss rückhaltlos anerkannt werden. Man darf sich da nicht einfach mit dem Gedanken trösten wollen, dass der augenblickliche Hochstand der Frequenz bald wieder nachlassen werde. Denn es werden immer noch genug Juristen übrig bleiben, um eine Überfüllung der Praktika, namentlich der guten, herbeizuführen. […] Die einzige Abhilfe liegt in dem Ausbau des Assistentenwesens”.

Selected Works of the Same Author

Max Rümelin: Juristische Begriffsbildung – Akademische Antrittsschrift, Berlin: Duncker & Humblot, 1878; Idem: Eugen Huber, Rede gehalten bei der akademischen Preisverteilung am 6. Novem­ber 1923, Tübingen: J. C. B. Mohr, 1923; Idem: Rechtsgefühl und Rechts­bewusst­sein, Rede gehalten bei der akademischen Preisverteilung am 6. November 1925, Tübingen: J. C. B. Mohr, 1925; Idem: Reden und Aufsätze, Tübingen: H. Laupp, 1875.

For Further Reading

Nikolas Hasslinger: Max Rümelin (1861–1931) und die juristische Methode (Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts, vol. 81), Tübingen: J. C. B. Mohr, 2014;

Max Rümelin: Eugen Huber, Rede gehalten bei der akademischen Preisverteilung am 6. Novem­ber 1923, Tübingen: J. C. B. Mohr, 1923.